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Freitag, 5. Juni 2026

Buchtipp: Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf von Mirjam Müntefering

ANZEIGE / WERBUNG 

Hallo ihr Lieben, 

ich liebe historische Romane - und wenn sie dann noch in einem mir bekannten Setting spielen, finde ich es besonders großartig. Daher habe ich mich sehr gefreut, den ersten Band der Duologie "Die Honigfrauen" von Mirjam Müntefering lesen zu dürfen. Und das so kurz, nachdem ich sie bei einem Schreibworkshop zum "Tag des Buches" persönlich kennenlernen konnte. Eine sehr sympathische Autorin, hier ein sehr sympathisches Buch geschrieben hat, was im nahen Wuppertal spielt. 


"Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ von Mirjam Müntefering ist der Auftakt einer historischen Familiensaga, die Anfang des 20. Jahrhunderts im bergischen Elberfeld, einem Teil des heutigen Wuppertal, spielt. Im Mittelpunkt steht die angesehene Konditorfamilie Honig, deren Leben von Traditionen, familiären Verpflichtungen und gut gehüteten Geheimnissen geprägt ist und die wir im Laufe der Geschichte aus zahlreichen Perspektiven kennenlernen werden. 

Irma, Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig, ist eine der Protagonistinnen. Und während sie trotz ihrer körperlichen Einschränkung voller Lebensfreude in die Zukunft blickt, verstirbt ihr geliebter Großvater und hinterlässt der Familie den Scherbenhaufen seines Lebens. 

So hat Ludwig nicht nur Zeit seines Lebens eine Liebschaft finanziert, sondern auch eine verhängnisvolle Investition getätigt, die die Familie an den Rand des finanziellen Ruins bringt. 
Aber nicht nur Irma wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus, auch ihre bislang so kühle Großmutter Auguste, die ebenfalls ein Geheimnis zu hüten scheint, setzt sich für die Rettung ihrer Familientradition ein. 
Doch dann taucht auf einmal Harriet, die uneheliche Tochter Ludwig, bei ihnen auf und fordert einen Teil ihres Erbes ein… 

Schon die ersten Kapitel haben mich vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Mirjam Müntefering gelingt es hervorragend, ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Die einzelnen Kapitel sind jeweils verschiedenen Charakteren zugeordnet, sodass man schnell einen Zugang zu ihren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen findet. Besonders gefallen hat mir dabei, wie unterschiedlich die Figuren angelegt sind und wie glaubwürdig sie wirken. 

Ein großes Plus des Romans ist für mich die historische Atmosphäre. Die Autorin verwebt zahlreiche Details aus der damaligen Zeit in die Handlung. Besonders die Beschreibungen von Elberfeld und der noch jungen Wuppertaler Schwebebahn haben mir große Freude bereitet. 
Die Orte werden so anschaulich geschildert, dass man sie förmlich vor sich sehen kann, ohne dass die Beschreibungen jemals zu ausführlich wirken. Mit ihrer Liebe zum Detail macht sie die Geschichte unheimlich erlebbar. 

Besonders ans Herz gewachsen ist mir Irma. Trotz ihrer Lähmung begegnet sie dem Leben mit bemerkenswertem Optimismus und einer ansteckenden Lebensfreude. Man möchte sie auf ihrem Weg begleiten und wünscht ihr von Herzen nur das Beste. 
Aber auch Auguste gehört für mich zu den stärksten Figuren des Romans. Nach außen wirkt sie streng, kontrolliert und manchmal beinahe gefühlskalt. Doch je mehr man über sie erfährt, desto deutlicher werden die Verletzungen und Enttäuschungen, die sie geprägt haben. Ihre Geschichte hat mich besonders berührt und gehört für mich zu den emotionalen Höhepunkten des Buches. 
Überhaupt lebt der Roman von seinen Figuren und den vielen kleinen Geschichten, die sich zwischen den Zeilen entfalten. Familiengeheimnisse, gesellschaftliche Zwänge und persönliche Sehnsüchte greifen ineinander und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. 

Manche Entwicklungen sind zwar früh zu erahnen, doch das hat meinen Lesegenuss keineswegs geschmälert. Im Gegenteil: Es war schön zu sehen, wie sich Vermutungen bestätigen und die Geschichte ihren Lauf nimmt. 
Der Erzählstil ist dabei angenehm flüssig und sehr gefühlvoll. Die Handlung entwickelt sich zügig, ohne gehetzt zu wirken, und immer wieder sorgen kleine Details und Beschreibungen dafür, dass die Figuren und der Handlungsort besonders authentisch erscheinen. Dadurch liest sich das Buch erstaunlich schnell, obwohl es keineswegs oberflächlich oder einfach geschrieben ist. 

Am Ende bleiben zahlreiche Fragen offen, was angesichts des ersten Bandes einer Duologie nicht überrascht. Dennoch hätte ich am liebsten sofort weitergelesen. Die Entwicklungen rund um die Familie Honig, ihre Beziehungen und die verschiedenen Geheimnisse machen neugierig auf die Fortsetzung. 

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist ein atmosphärischer, berührender historischer Roman mit starken Figuren und viel Herz. Wer Familiensagas, historische Schauplätze und emotionale Geschichten voller Geheimnisse und menschlicher Schicksale mag, wird hier bestens unterhalten. Für mich war das Buch ein echtes Lesevergnügen – und die Wartezeit bis zum zweiten Band wird lang.

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Freitag, 10. April 2026

Buchtipp: Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher


WERBUNG / REZENSIONSEXEMPLAR

Hallo ihr Lieben,

kennt ihr Bücher, die einen mitten ins Herz treffen? Genau das ist mir mit "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher passiert, einem Roman, der nicht nur inhaltlich wunderschön ist. Das zauberhaft spätsommerliche Cover, der passende Farbschnitt, die bunten Seiten und Sinnsprüche über jedem Kapitel haben mich komplett begeistert. 

Inhaltlich erzählt die Geschichte von den drei ehemaligen Freunden Pia, Britta und Martin, die sich nach vielen Jahren wieder in ihrem Heimatdorf begegnen. Nach dem Abitur hatten sie sich aus den Augen verloren – und schnell wird klar, dass damals etwas vorgefallen ist, über das lange geschwiegen wurde. 

Während die Vergangenheit nur in kurzen, gezielten Rückblicken angerissen wird, liegt der Fokus vor allem auf der Gegenwart. 
Gerade genug, um die Vergangenheit zu verstehen und die Gegenwart zu erleben. Die Charaktere sind dabei unglaublich nahbar: Pia, die freiheitsliebende Fotografin, die die Welt bereist hat; Martin, der noch immer unter dem Einfluss seiner kontrollierenden Mutter steht; und Britta, die nach einer komplizierten Beziehung schwanger in ihre Heimat zurückkehrt, um sich um ihren demenzkranken Vater zu kümmern. 
Ihre Lebenswege sind unterschiedlich, und doch verbindet sie mehr, als ihnen zunächst bewusst ist. 

Besonders berührend für mich ist die Einbettung der Geschichte in die Zeit der Corona-Pandemie. Geschlossene Hotels und Lokale sowie Besuchsverbote im Krankenhaus schaffen eine beklemmende, aber sehr reale Atmosphäre, die in meinem Kopf noch unheimlich präsent ist und mir die Geschichte somit sehr erlebbar macht. 

Inmitten dieser Ausnahmesituation spitzt sich alles zu: Pia ist schwer krank, und als klar wird, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, offenbart sie endlich das gemeinsame Geheimnis der Freunde. Die Geschichte ist emotional intensiv und geht tief unter die Haut. 
Ich habe das Buch stellenweise kaum aus der Hand legen können, musste aber immer wieder Pausen einlegen, weil die Handlung für mich so mitnehmend war. Es ist ein sehr berührendes, trauriges Buch, das einen noch lange nach dem Lesen begleitet und bei dem man einfach das Gefühl hat, mich echten Charakteren zu tun zu haben. 

Einzig der Epilog konnte mich nicht ganz überzeugen – für mich hätte die Geschichte auch ohne diesen letzten Abschnitt ein stimmiges, offenes Ende gehabt. Insgesamt ist „Der Sommer, der uns blieb“ ein wunderschön gestalteter und zugleich tief bewegender Roman über Freundschaft, verpasste Chancen, Geheimnisse und die Frage, was im Leben wirklich zählt.

Hattet ihr das auch mal, dass ihr ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konntet, aber gleichzeitig Pausen brauchtet, weil es euch überwältigt habt? Ich bin gespannt, davon zu hören!

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar zugeschickt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Montag, 2. Juni 2025

Abenteuer Unterwasser: Das Krakadu von Britta Sabbag

ANZEIGE / WERBUNG

Hallo ihr Lieben,

KRAKADU erzählt die skurrilen Erlebnisse von Krakadu, einem frechen, etwas tollpatschigen Kraken und seinem besten Freund Prof, einem Seestern, der immer alles irgendwie besser weiß. Ok, Freund mag übertrieben sein, denn diese ewigen Besserwissereien nerven Krakadu schon ganz gewaltig. Und die Verpeiltheit vom Krakadu ebenso den Prof. Und so streiten die beiden oft miteinander. Da der Prof allerdings am Kraken klebt heißt es in der Geschichte wiederholt: Mitgeklebt – was erlebt. Denn gemeinsam tauchen sie ab in eine Unterwasserwelt voller witziger Ideen, absurder Einfälle und herrlich schräger Momente.

Das Buch ist in einzelne Kapitel gegliedert, die jeweils für sich stehen. Jedes davon ist wie eine kleine Episode aus dem Alltag des Duos – perfekt zum Vorlesen, ohne dass man sich merken muss, was beim letzten Mal passiert ist. Es gibt keine so richtig durchgehende Handlung, einen roten Faden vielleicht, aber keine aufeinander aufbauende Geschichte.

Was KRAKADU sofort besonders macht, sind die knallig bunten, frechen Illustrationen, die voller kleiner Details und Wortspiele stecken. Sie sind wirklich poppig bunt, sehr ungewöhnlich für ein Kinderbuch. Besonders das Krakadu selbst sieht total witzig aus, guckt es doch immer leicht verpeilt, ist haarig und trägt einen Beanie auf dem Kopf. Viele Details auf den Bildern sind für Kinder nicht direkt verständlich, gerade wenn Text darin vorkommt. Für Erwachsene gibt es allerdings viel zu Entdecken und zu Lachen.

Viele dieser Witze – Sprichwörter, Anspielungen, Doppeldeutigkeiten – zielen eindeutig auf Erwachsene. Beim Vorlesen hatte ich deshalb öfter das Gefühl, dass ich mehr Spaß hatte als meine Tochter. Sie ist 8 Jahre alt und mochte das Buch durchaus, aber über manche Stellen, bei denen ich schmunzeln musste, hat sie nur fragend geguckt.

Die Altersempfehlung ab 5 finde ich daher etwas zu optimistisch. Für Kindergartenkinder ist der Humor noch zu komplex – ab etwa 7 bis 8 Jahren wird es aber zunehmend zugänglicher, besonders wenn man mitliest oder vorliest. Kinder können generell über die Geschichte lachen, denn die ist lustig und bunt erzählt. Für die unterschwelligen Witze oder Wortspiele (Grönehaier, der Grönlandwal oder Ella Fischgerald eine Sängerin) sind Kinder nicht die richtige Zielgruppe hier.

Das Duo Krakadu und Prof finde ich witzig, die Idee ist total süß und es ergeben sich witzige Geschichten daraus. Die Dialoge der beiden finde ich oftmals etwas kurz und ohne die richtige Betonung für Kinder schwer nachzuvollziehen. Man muss aber viel lachen, wenn man die beiden wie ein altes Ehepaar streiten hört. Und gemeinsam gelingen ihnen alle Alltagssituationen im Meer und Abenteuer machen ohnehin viel mehr Spaß zu zweit.

Copyright: Krakadu von Britta Sabbag, Bild wird verwendet um einen Eindruck vom Buch zu vermitteln

Die Kapitelstruktur ist für den Vorlese-Alltag super: kurz, in sich abgeschlossen und jeweils mit einem kleinen, absurden Höhepunkt. Allerdings wirken manche Sätze beim Lesen etwas holprig oder überfrachtet, was das Vorlesen gelegentlich ins Stocken bringt. Manchmal wären klarere Sätze oder ein etwas flüssigerer Stil besser gewesen. Mich stört außerdem, dass teilweise ein Satz am Ende der Seite unterbrochen ist und dieser erst 2 Seiten später weitergeht, unterbrochen durch eine schöne Zeichnung, die man genauer betrachten muss. Das stört den Lesefluss ein wenig.

KRAKADU ist ein kreatives, liebevoll illustriertes Kinderbuch, das vor allem durch seinen Wortwitz, seine verrückten Figuren und die tollen Zeichnungen besticht. Für Kinder ab etwa 8 Jahren gut geeignet – für Erwachsene ein Vorlesespaß mit viel Augenzwinkern.

Wer Freude an Sprachspielereien hat und gern gemeinsam mit seinem Kind über absurde Ideen lacht, wird an KRAKADU seine helle Freude haben. Ein kurzweiliges Buch mit Tiefgang – im wahrsten Sinne des Wortes.

Copyright: Krakadu von Britta Sabbag, Bild wird verwendet um einen Eindruck vom Buch zu vermitteln

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Dienstag, 22. April 2025

Buchtipp: Montmartre - Licht und Schatten von Marie Lacrosse

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Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade frisch aus Paris zurück - sowohl aus der Stadt der Jetztzeit, als auch aus dem Paris der Vergangenheit, der Zeit der Bohème. Die Reise hat mir unheimlich gut gefallen, denn Paris ist wunderschön! Doch besonders untermalt hat sie dieses Mal meine Bücherreise ins Montmartre.

Das Buch "Montmartre - Licht und Schatten" ist der Auftakt einer zweiteiligen Reihe von Marie Lacrosse. Protagonistinnen der Geschichte sind Valerie und Elise, die zufällig am gleichen Tag zur Welt kamen, deren unterschiedliche Schichten ihnen aber völlig andere Lebenswege vorgegeben haben. 

 

Valerie träumt von einem Leben als Kunstmalerin, während Elise in einer Wäscherei arbeitet und gerne Tänzerin wäre. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und doch kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Um Geld zu verdienen, beginnt Elise gemeinsam mit ihrer Freundin Louise Weber, später besser bekannt als "La Goloue", mit dem Cancan Tanz.

Valerie gelingt es, ihren Eltern eine Ausbildung an der Kunstakademie abzusprechen. Dort begegnet sie nicht nur einem Mann in den sie sich verliebt, sondern unter anderem auch dem Maler Toulouse-Lautrec. An seiner Seite beginnt sie das Pariser Leben zu entdecken und begegnet zahlreichen Künstlern ihrer Zeit. 

Schnell ist klar, dass die beiden starken Frauen immer wieder Hindernissen ausgesetzt sind. Geld, Drogen und Gewalt sind auf "La Butte" an der Tagesordnung. Und auch die Männer machen den beiden Frauen das Leben schwer. 

Obwohl Marie Lacrosse einen wirklich dicken Auftaktband vorgelegt hat, wird das Buch nie langweilig. Es ist packend geschrieben und hervorragend recherchiert. Lacrosse nimmt uns mit in die Zeit der Bohème, zeigt uns das mondäne Paris und das ärmlichen Montmartre. Wir erleben wahrlich Licht und Schatten in diesem Buch.  

Während mir frühere Bücher von ihr nicht so gut gefallen haben, hat sie mich hier von der ersten Seite an gefesselt und ich freue mich nun schon auf die Fortsetzung. (Erscheint voraussichtlich im November 2025). 

Die Protagonisten sind gut gewählt, super beschrieben und recherchiert man die historischen Persönlichkeiten und die Kunst selbst, so fühlt man sich nur bestätigt bei dem, was man gelesen hat.

Für mich war es ein besonderes Highlight, an den Schauplätzen des Buches vorbeizuschlendern. Während Sacré-Couer im Buch noch im Bau ist, strahlt die Kathedrale nun über den Hügeln der Stadt. 

 

Auch die Moulin de la Galette habe ich besichtigt und bin ganz zufällig über den Jardin de Louise Weber gestolpert. Was für eine Reise - sowohl im Buch, als auch in der Realität.


Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche Meinung wieder.*

Mittwoch, 14. August 2024

Buchtipp: Bathseba - die Löwin von Jerusalem von Ruben Laurin

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Hallo ihr Lieben,

wer kennt es nicht, das wunderbare Lied "Hallelujah" von Leonard Cohen?  "Bathseba - die Löwin von Jerusalem" von Ruben Laurin erzählt die Geschichte der biblischen Figur Bathseba und ihrer Liebe zu David, dem König von Israel. Sie berichtet aus Bathsebas Perspektive und beleuchtet die Person, die Cohen zu seinem Welthit inspirierte.

Your faith was strong but you needed proofYou saw her bathing on the roofHer beauty and the moonlight overthrew youShe tied you to a kitchen chairShe broke your throne, and she cut your hairAnd from your lips she drew the Hallelujah
Leonard Cohen, Hallelujah

Unterteilt ist die Geschichte in drei Teile, beziehungsweise drei Bücher. Dies erinnert ein wenig an die Gliederung der Bibel selbst.
Etwas ungewöhnlich sind Einleitungen und Unterbrechungen der eigentlichen Geschichte, denn hier wird der Leser direkt in der Du-Form angesprochen. So fühlte ich mich von Beginn an abgeholt. Zunächst war ich über die ungewohnte Ansprache irritiert, fand es aber sehr ansprechend und interessant als Stilelement.

Die Handlung gliedert sich in zwei verschiedene Zeitstränge, die Zeit der etwa 16jährigen Bathseba, die den Hirtenjungen David kennenlernt und die der erwachsenen Bathseba, die mit dem Hauptmann Uriah verheiratet ist und sich nach König David verzehrt.

Doch nun zur Handlung: Bathseba ist 16 Jahre alt, als sie den Hirtenjungen David trifft und sie gemeinsam gegen eine Löwin kämpfen. Seitdem ist das junge Mädchen in Liebe entbrannt. Doch versprochen ist sie bereits dem Hetither Uriah, den sie später auch heiraten muss. David hingegen sehnt sich nach dem Krieg - bekanntermaßen kämpft er gegen den Riesen Goliath und späer in König Sauls Heer. Jahre später ist David König von Israel und trifft Bathseba wieder. Gefangen in ihrer unglücklichen Ehe sehnt sie sich nach ihm und fasst einen Plan - dieser kann sowohl ihren Tod, als auch ihre Freiheit bedeuten...

Es ist spannend zu lesen, wie eine mehr oder weniger bekannte Geschichte aus der Bibel zu neuem Leben erweckt wird. Wie Fantasie aus einem kleinen Abschnitt des Alten Testaments eine abenteuerliche Geschichte zaubert. Wie Historie und Fiktion schön miteinander verwoben werden können.
Trotz des historischem und eher altertümlichen Themas war die Geschichte leicht und schnell zu lesen, da die Sprache doch sehr modern gehalten ist. Für Fremdworte und Fachbegriffe gibt es im hinteren Teil des Buches ein Glossar, so dass man auch wirklich alles gut verstehen kann.
"Die Löwin von Jerusalem" war für mich eine gut durchgedachte und erzählte Geschichte, die das Leben einer biblischen Randfigur in den Mittelpunkt rückt. Mir hat das Buch gut gefallen und ich habe es gerne gelesen. 

Einziger kleiner Kritikpunk ist für mich die optische Darstellung der Geschichte, denn diese wird in Gegenwart und Vergangenheit aufgeteilt und die Zeitsprünge sind teilweise etwas schwer zu bemerken. Auch die Einleitungen des "lyrischen Wirs" sind manchmal schwer einzuordnen. Hier hätte ich mir beispielsweise durch eine kursive Schriftart eine deutlichere Abgrenzung gewünscht. 

Für mich ist "Bathseba" ein Buch über eine starke Frau und Kämpferin für Liebe und gegen Ungerechtigkeit - ein Thema, über das wir viel zu selten lesen!

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.*