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Donnerstag, 17. September 2026

Buchtipp: Nightshade & Daybreak - Willkommen an der Sorrowsong University

ANZEIGE / REZENSIONSEXEMPLAR

Hallo ihr Lieben,

ihr wisst ja, wunderschöne Bücher haben es mir angetan! Und so ist in den letzten Tagen das wohl hübscheste Buchpaket bei mir eingezogen, dass man sich vorstellen kann.

An einem Freitag lagen „Nightshade“ und „Daybreak“ von Autumn Woods in meinem Briefkasten – und wenige Tage später waren tatsächlich beide beendet. 

Ich hatte mich festgelesen. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: Ich war Sorrowsong verfallen. 

Die beiden Bücher erzählen die Geschichte von Ophelia und Alex und entführen uns an die geheimnisvolle Sorrowsong University in den schottischen Highlands. 

Trotzdem möchte ich euch beide Bücher heute einzeln vorstellen und bewerten, denn jeder Band setzt eigene Schwerpunkte und hat für mich eine etwas andere Atmosphäre. 
Eines haben sie allerdings gemeinsam: Ich konnte beide kaum aus der Hand legen. 

Nightshade – Willkommen in Sorrowsong 
Schon optisch hat mich „Nightshade“ vollkommen abgeholt. Das wunderschön gestaltete Cover mit Blütenranken und Goldakzenten, dazu der passende Farbschnitt – beim Aufschlagen hatte ich fast das Gefühl, selbst ein gotisches Tor zur Sorrowsong University zu öffnen. 
Und was für eine Universität das ist! Mitten in den schottischen Highlands studieren hier die Söhne und Töchter einiger der reichsten Familien der Welt. Unter ihnen befindet sich Ophelia, die allerdings durch ein Stipendium nach Sorrowsong kommt. 
Mit der Universität verbindet sie zudem eine schmerzhafte Vergangenheit: Vier Jahre zuvor kamen ihre Eltern hier bei einem Helikopterabsturz ums Leben. Ophelia kehrt deshalb nicht nur zurück, um zu studieren. Sie möchte herausfinden, wer für den Tod ihrer Eltern verantwortlich ist. 

Dann begegnet sie Alex – attraktiv, intelligent, sportlich, reich und ausgerechnet der Sohn der Familie, der Ophelia die Schuld am Tod ihrer Eltern gibt. Eigentlich sollte sie ihn hassen. Eigentlich. 

Doch Sorrowsong wäre nicht Sorrowsong, wenn eine komplizierte Liebesgeschichte das einzige Problem bliebe. Menschen sterben, Ophelia wird verfolgt und ein geheimnisvoller Stalker taucht auf. 
Schnell entwickelt sich die Geschichte zu einer Mischung aus Dark Academia, Enemies to Lovers, Familiengeheimnissen und Suspense-Elementen. 

Was mich an „Nightshade“ besonders begeistert hat, ist die Atmosphäre. Autumn Woods beschreibt Sorrowsong so detailliert und lebendig, dass die Universität fast selbst zu einer Figur wird. Die alten Gebäude, der Campus, die verschiedenen Häuser und natürlich die schottischen Highlands bilden die perfekte Kulisse für die düstere Handlung. 

Für mich ist das ein echter Herbstroman. Draußen darf es gerne regnen und stürmen, während man sich mit diesem Buch einkuschelt und gedanklich nach Schottland verschwindet. Ophelia mochte ich schnell, auch wenn ich sie gelegentlich gerne geschüttelt hätte. Vieles wäre vermutlich einfacher, wenn sie mit anderen Menschen reden oder um Hilfe bitten würde. 
Doch gerade das macht sie auch zu einer Einzelkämpferin, die gelernt hat, sich auf sich selbst zu verlassen. 

 Noch spannender fand ich Alex. Auf den ersten Blick scheint er der nahezu perfekte Sorrowsong-Student zu sein. Doch je weiter man liest, desto mehr Facetten entdeckt man. Seine Depressionen und seine Verletzlichkeit stehen in einem starken Kontrast zu seiner scheinbar perfekten Außenwirkung und geben seinem Charakter viel Tiefe. 

 Und dann gibt es noch die Freundesgruppe rund um die beiden. Die Nebenfiguren sorgen für Humor, echtes Unileben und viele kleine Momente, die die Geschichte auflockern. Ohne sie wäre Sorrowsong nur halb so lebendig. „Nightshade“ habe ich innerhalb kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Intensiv, romantisch, spannend und düster – genau meine Mischung. 

 

Daybreak - Ist ihre Liebe stark genug? 
Kann es für Ophelia und Alex eine Zukunft geben? Nach dem Ende von „Nightshade“ kam für mich eine Lesepause überhaupt nicht in Frage. Ich musste wissen, wie es weitergeht. Zu Beginn von „Daybreak“ liegen allerdings rund 3.000 Kilometer zwischen Ophelia und Alex. 
Während sie in Sorrowsong zurückbleibt, muss Alex wegen eines Unternehmensnotfalls in die USA reisen. Ein Teil der Geschichte spielt deshalb diesmal auch in New York. 

Doch die Entfernung ist längst nicht das einzige Problem. Noch immer scheint eine Bedrohung über den beiden zu schweben. Die Ereignisse aus „Nightshade“ sind nicht abgeschlossen und erneut tauchen Hinweise auf einen Stalker auf. Wer steckt dahinter? Wem kann man vertrauen? Und welche der zahlreichen Spuren führt tatsächlich zur Wahrheit? Das Miträtseln hat mir diesmal besonders viel Spaß gemacht. Immer wieder werden kleine Nebenhandlungen eingebaut, die einen auf eine falsche Fährte führen können. Nach und nach entsteht trotzdem eine Ahnung davon, wer hinter allem stecken könnte. 

In „Daybreak“ bekommen die Freunde und Mitstudierenden deutlich mehr Raum – und genau das hat mir richtig gut gefallen. Die Freundesgruppe bringt Leben in die Geschichte. Zwischen all den Geheimnissen, Bedrohungen und emotionalen Momenten gibt es immer wieder witzige Szenen, die die Düsternis durchbrechen. Gleichzeitig entsteht dadurch noch stärker das Gefühl, tatsächlich am Studentenleben in Sorrowsong teilzunehmen. Ein bisschen mehr von der düsteren Schloss- und Universitätsatmosphäre aus „Nightshade“ hätte ich trotzdem gerne gehabt. Gerade diese war für mich eine der größten Stärken des ersten Bandes. 

Durch New York und die verschiedenen Nebenhandlungen öffnet sich die Welt in „Daybreak“ deutlich weiter. Emotional steht der zweite Teil seinem Vorgänger allerdings in nichts nach. Das Buch ist eine einzige Gefühlsachterbahn. Man bangt mit Ophelia und Alex, möchte sie manchmal anschreien, dann wieder in den Arm nehmen und vor allem endlich wissen, ob diese beiden eine gemeinsame Zukunft haben können. 
Und irgendwann stellt man fest, dass man längst nicht mehr nur mit ihnen mitfiebert. Auch die Nebenfiguren sind einem inzwischen so sehr ans Herz gewachsen, dass man wissen möchte, wie es für sie weitergeht. 

Zwei Bücher, die für mich zusammengehören „Nightshade“ und „Daybreak“ sind zwei eigenständige Bücher mit jeweils eigenen Schwerpunkten. Trotzdem erzählen sie eine fortlaufende Geschichte, weshalb ich unbedingt empfehlen würde, mit „Nightshade“ zu beginnen. (Ich bin nicht ganz sicher, ob man die Storyline und die emotionale Tiefe versteht, wenn man nur den zweiten Band gelesen hat)

Der erste Band gehört für mich vor allem Sorrowsong selbst: Dark Academia, schottische Highlands, Geheimnisse, eine verbotene Anziehung und diese wunderbar düstere Atmosphäre. „Daybreak“ erweitert diese Welt. Freundschaften werden wichtiger, New York kommt als Schauplatz hinzu und das Rätsel um die Bedrohung sorgt erneut für Spannung. Gleichzeitig rückt die Frage stärker in den Mittelpunkt, ob Ophelia und Alex nach allem, was passiert ist, überhaupt miteinander glücklich werden können. 

 

Optisch sind übrigens beide Bücher echte Schmuckstücke. Cover, Gestaltung und Farbschnitte machen die Dilogie zu einer Buchreihe, die ich mir nicht nur wegen der Geschichte gerne ins Regal stelle. 

Mein Fazit: Zwei Bücher innerhalb von 3 Tagen – viel deutlicher kann ich vermutlich kaum sagen, wie gut mir die Geschichte gefallen hat. Autumn Woods hat mit Sorrowsong einen Ort geschaffen, den ich beim Lesen direkt vor Augen hatte. Dazu kommen Geheimnisse, Spannung, Romantik, Humor, Freundschaft und Charaktere, die mit jeder Seite mehr Facetten zeigen. „Nightshade“ hat mich nach Sorrowsong gezogen und „Daybreak“ hat dafür gesorgt, dass ich diesen Ort am Ende eigentlich noch gar nicht wieder verlassen wollte. Für mich eine Dilogie zum Einkuscheln, Miträtseln, Verlieben und Durchsuchten – und definitiv zwei Bücher, die in meinem Regal bleiben dürfen.

Viele Grüße,

eure Sonja

*Die Bücher wurden mir als Rezensionsexemplare kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Samstag, 8. August 2026

Kinderbücher für den Sommer - Die Schule des Meeres & Pia Puck

WERBUNG / REZENSIONSEXEMPLAR

Hallo ihr Lieben, 

manchmal braucht es gar keine Drachen oder riesige Schlachten, um Kinder in fantastische Welten zu entführen. 
Ein geheimnisvolles Wichtelhaus oder eine Schule tief unter dem Meer reichen völlig aus, um die Fantasie anzuregen und kleine wie große Leserinnen und Leser zu begeistern. 

In den vergangenen Wochen durften wir gleich zwei ganz unterschiedliche Kinderbücher kennenlernen, die beide mit viel Herz, Magie und wichtigen Botschaften überzeugen konnten. 

Heute möchten wir euch deshalb sowohl „Die Schule des Meeres – Der Ruf der Tiefe“ von Robin Dix und Helge Vogt als auch „Pia Puck – Wirbel im Wichtelhaus“ von Nora Hoch vorstellen. 
 

"Die Schule des Meeres – Der Ruf der Tiefe"

Schon die Grundidee hat uns sofort begeistert: Eine Schule auf dem Meeresgrund? Genau die Art von Schule, auf die wir vermutlich alle selbst gerne gegangen wären. 
Im Mittelpunkt steht Fynn, der bislang in einem Waisenhaus lebt. Eines Tages wird er völlig überraschend von einem geheimnisvollen Kapitän abgeholt und auf dessen Schiff mitgenommen. Sein Ziel ist Akademar – eine magische Schule tief unter dem Meer. 
Dort erhält jeder Schüler ein Seelentier, einen tierischen Begleiter, der sich seinen Menschen selbst aussucht und eine ganz besondere Verbindung zu ihm eingeht. Gerade weil Fynn bislang ohne Familie aufgewachsen ist, lieben wir diese Idee besonders. Man wünscht ihm als Leser einfach jemanden, der immer an seiner Seite steht. 



Doch schon bald merkt Fynn, dass Akademar einige Geheimnisse verbirgt. Es gibt drei bekannte Häuser – doch über ein geheimnisvolles viertes Haus spricht niemand. Schnell wird klar, dass die Erwachsenen längst nicht alles erzählen und hinter den Kulissen etwas Größeres im Gange ist. 

Der erste Band dient vor allem dazu, die Welt von Akademar und ihre Bewohner kennenzulernen. Das gelingt den Autoren ausgesprochen gut. Die Unterwasserschule wird so bildhaft beschrieben, dass man sie sich wunderbar vorstellen kann. 

Unterstützt wird das Ganze durch passende Illustrationen, die das Kopfkino zusätzlich anregen. Besonders gefallen hat mir die Verbindung aus Fantasie und Mythologie. Atlantis spielt immer wieder eine Rolle und verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre. 

Gleichzeitig werden Themen wie Freundschaft, Vorurteile, Vertrauen und Zusammenhalt aufgegriffen, ohne dabei belehrend zu wirken. Auch sprachlich eignet sich das Buch hervorragend für junge Leser. Die große Schrift erleichtert das Selberlesen und obwohl es spannende Momente gibt, wird die Geschichte nie zu gruselig. Einige Szenen könnten empfindsamere Kinder zwar etwas mitnehmen, insgesamt bleibt das Abenteuer aber jederzeit altersgerecht. 

Am Ende bleiben viele Fragen offen: Was ist mit Fynns Eltern passiert? Welche Geheimnisse verbergen sich hinter dem vierten Haus? Und welche Verschwörung bahnt sich unter der Meeresoberfläche an? Genau das macht große Lust auf den nächsten Band. 

Pia Puck – Wirbel im Wichtelhaus

Während es im ersten Buch unter Wasser geht, erwartet uns mit Pia Puck eine ganz andere Art von Magie. 
Die kleine Wichtelin lebt seit vielen Jahren heimlich im Brombeerhaus von Frau Kamille. Dort sorgt sie für Ordnung, wo ihre ältere Mitbewohnerin es selbst nicht mehr schafft, spielt ihren Freunden kleine Streiche und kümmert sich auf ihrem Dachboden liebevoll um verletzte Tiere. Unterstützt wird sie dabei unter anderem vom verfressenen Waschbären Pit. 
Natürlich gilt auch hier die wichtigste aller Wichtelregeln: Kein Mensch darf jemals erfahren, dass Wichtel existieren. 



Doch Pias ruhiges Leben gerät plötzlich völlig durcheinander, als Frau Kamilles Familie mit drei Kindern bei ihr einzieht. Zwischen Geschwisterstreit, Trubel und jeder Menge Chaos wird es für Pia immer schwieriger, unentdeckt zu bleiben. 
Als die jüngste Tochter Wanda nach einem Streit in den Wald läuft und verschwindet, fasst Pia einen mutigen Entschluss. Sie möchte das Menschenkind retten – auch wenn sie dabei ihre eigene Sicherheit aufs Spiel setzt. 
Pia war uns vom ersten Moment an sympathisch. Sie ist hilfsbereit, mutig und besitzt ein großes Herz. Genau die Art von Wichtel, die man sich selbst gerne im Haus wünschen würde. 

Neben der spannenden Geschichte greift das Buch viele wichtige Themen auf. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt spielen eine große Rolle. Gleichzeitig werden Einsamkeit im Alter und erste Anzeichen von Demenz behutsam angerissen, ohne die Geschichte zu schwer wirken zu lassen.  

Die einfachen Illustrationen begleiten die Geschichte schön und lockern den Text auf. Nur gelegentlich passen sie nicht ganz zu den beschriebenen Szenen, was jüngere Kinder vielleicht etwas irritieren könnte. 

Einige Kapitel sind durchaus emotional und könnten kleinere Kinder traurig stimmen. Gerade deshalb lohnt es sich unbedingt weiterzulesen, denn am Ende hinterlässt das Buch ein richtig schönes, warmes Gefühl. 

Unser Fazit: Ob geheimnisvolle Unterwasserschule oder verstecktes Wichtelhaus – beide Bücher schaffen es auf ganz unterschiedliche Weise, Kinder in fantasievolle Welten mitzunehmen. „Die Schule des Meeres“ richtet sich eher an Kinder, die spannende Abenteuer, magische Schulen und große Geheimnisse lieben. Die Geschichte macht neugierig auf die Fortsetzung und eröffnet eine faszinierende Welt voller Mythologie und Freundschaft.
„Pia Puck – Wirbel im Wichtelhaus“ eignet sich dagegen wunderbar als Vorlesebuch oder für erste eigene Leseerfahrungen. Die Geschichte verbindet Magie mit alltagsnahen Themen und vermittelt ganz nebenbei wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Mitgefühl. Zwei sehr unterschiedliche Bücher – und doch haben beide eines gemeinsam: Sie zeigen, dass Freundschaft, Mut und Zusammenhalt oft die größte Magie überhaupt sind.

Viele Grüße,

eure Sonja

*Die Rezensionsexemplare wurden mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wir geben hier unsere ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Freitag, 5. Juni 2026

Buchtipp: Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf von Mirjam Müntefering

ANZEIGE / WERBUNG 

Hallo ihr Lieben, 

ich liebe historische Romane - und wenn sie dann noch in einem mir bekannten Setting spielen, finde ich es besonders großartig. Daher habe ich mich sehr gefreut, den ersten Band der Duologie "Die Honigfrauen" von Mirjam Müntefering lesen zu dürfen. Und das so kurz, nachdem ich sie bei einem Schreibworkshop zum "Tag des Buches" persönlich kennenlernen konnte. Eine sehr sympathische Autorin, hier ein sehr sympathisches Buch geschrieben hat, was im nahen Wuppertal spielt. 


"Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ von Mirjam Müntefering ist der Auftakt einer historischen Familiensaga, die Anfang des 20. Jahrhunderts im bergischen Elberfeld, einem Teil des heutigen Wuppertal, spielt. Im Mittelpunkt steht die angesehene Konditorfamilie Honig, deren Leben von Traditionen, familiären Verpflichtungen und gut gehüteten Geheimnissen geprägt ist und die wir im Laufe der Geschichte aus zahlreichen Perspektiven kennenlernen werden. 

Irma, Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig, ist eine der Protagonistinnen. Und während sie trotz ihrer körperlichen Einschränkung voller Lebensfreude in die Zukunft blickt, verstirbt ihr geliebter Großvater und hinterlässt der Familie den Scherbenhaufen seines Lebens. 

So hat Ludwig nicht nur Zeit seines Lebens eine Liebschaft finanziert, sondern auch eine verhängnisvolle Investition getätigt, die die Familie an den Rand des finanziellen Ruins bringt. 
Aber nicht nur Irma wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus, auch ihre bislang so kühle Großmutter Auguste, die ebenfalls ein Geheimnis zu hüten scheint, setzt sich für die Rettung ihrer Familientradition ein. 
Doch dann taucht auf einmal Harriet, die uneheliche Tochter Ludwig, bei ihnen auf und fordert einen Teil ihres Erbes ein… 

Schon die ersten Kapitel haben mich vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Mirjam Müntefering gelingt es hervorragend, ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Die einzelnen Kapitel sind jeweils verschiedenen Charakteren zugeordnet, sodass man schnell einen Zugang zu ihren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen findet. Besonders gefallen hat mir dabei, wie unterschiedlich die Figuren angelegt sind und wie glaubwürdig sie wirken. 

Ein großes Plus des Romans ist für mich die historische Atmosphäre. Die Autorin verwebt zahlreiche Details aus der damaligen Zeit in die Handlung. Besonders die Beschreibungen von Elberfeld und der noch jungen Wuppertaler Schwebebahn haben mir große Freude bereitet. 
Die Orte werden so anschaulich geschildert, dass man sie förmlich vor sich sehen kann, ohne dass die Beschreibungen jemals zu ausführlich wirken. Mit ihrer Liebe zum Detail macht sie die Geschichte unheimlich erlebbar. 

Besonders ans Herz gewachsen ist mir Irma. Trotz ihrer Lähmung begegnet sie dem Leben mit bemerkenswertem Optimismus und einer ansteckenden Lebensfreude. Man möchte sie auf ihrem Weg begleiten und wünscht ihr von Herzen nur das Beste. 
Aber auch Auguste gehört für mich zu den stärksten Figuren des Romans. Nach außen wirkt sie streng, kontrolliert und manchmal beinahe gefühlskalt. Doch je mehr man über sie erfährt, desto deutlicher werden die Verletzungen und Enttäuschungen, die sie geprägt haben. Ihre Geschichte hat mich besonders berührt und gehört für mich zu den emotionalen Höhepunkten des Buches. 
Überhaupt lebt der Roman von seinen Figuren und den vielen kleinen Geschichten, die sich zwischen den Zeilen entfalten. Familiengeheimnisse, gesellschaftliche Zwänge und persönliche Sehnsüchte greifen ineinander und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. 

Manche Entwicklungen sind zwar früh zu erahnen, doch das hat meinen Lesegenuss keineswegs geschmälert. Im Gegenteil: Es war schön zu sehen, wie sich Vermutungen bestätigen und die Geschichte ihren Lauf nimmt. 
Der Erzählstil ist dabei angenehm flüssig und sehr gefühlvoll. Die Handlung entwickelt sich zügig, ohne gehetzt zu wirken, und immer wieder sorgen kleine Details und Beschreibungen dafür, dass die Figuren und der Handlungsort besonders authentisch erscheinen. Dadurch liest sich das Buch erstaunlich schnell, obwohl es keineswegs oberflächlich oder einfach geschrieben ist. 

Am Ende bleiben zahlreiche Fragen offen, was angesichts des ersten Bandes einer Duologie nicht überrascht. Dennoch hätte ich am liebsten sofort weitergelesen. Die Entwicklungen rund um die Familie Honig, ihre Beziehungen und die verschiedenen Geheimnisse machen neugierig auf die Fortsetzung. 

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist ein atmosphärischer, berührender historischer Roman mit starken Figuren und viel Herz. Wer Familiensagas, historische Schauplätze und emotionale Geschichten voller Geheimnisse und menschlicher Schicksale mag, wird hier bestens unterhalten. Für mich war das Buch ein echtes Lesevergnügen – und die Wartezeit bis zum zweiten Band wird lang.

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Freitag, 10. April 2026

Buchtipp: Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher


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Hallo ihr Lieben,

kennt ihr Bücher, die einen mitten ins Herz treffen? Genau das ist mir mit "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher passiert, einem Roman, der nicht nur inhaltlich wunderschön ist. Das zauberhaft spätsommerliche Cover, der passende Farbschnitt, die bunten Seiten und Sinnsprüche über jedem Kapitel haben mich komplett begeistert. 

Inhaltlich erzählt die Geschichte von den drei ehemaligen Freunden Pia, Britta und Martin, die sich nach vielen Jahren wieder in ihrem Heimatdorf begegnen. Nach dem Abitur hatten sie sich aus den Augen verloren – und schnell wird klar, dass damals etwas vorgefallen ist, über das lange geschwiegen wurde. 

Während die Vergangenheit nur in kurzen, gezielten Rückblicken angerissen wird, liegt der Fokus vor allem auf der Gegenwart. 
Gerade genug, um die Vergangenheit zu verstehen und die Gegenwart zu erleben. Die Charaktere sind dabei unglaublich nahbar: Pia, die freiheitsliebende Fotografin, die die Welt bereist hat; Martin, der noch immer unter dem Einfluss seiner kontrollierenden Mutter steht; und Britta, die nach einer komplizierten Beziehung schwanger in ihre Heimat zurückkehrt, um sich um ihren demenzkranken Vater zu kümmern. 
Ihre Lebenswege sind unterschiedlich, und doch verbindet sie mehr, als ihnen zunächst bewusst ist. 

Besonders berührend für mich ist die Einbettung der Geschichte in die Zeit der Corona-Pandemie. Geschlossene Hotels und Lokale sowie Besuchsverbote im Krankenhaus schaffen eine beklemmende, aber sehr reale Atmosphäre, die in meinem Kopf noch unheimlich präsent ist und mir die Geschichte somit sehr erlebbar macht. 

Inmitten dieser Ausnahmesituation spitzt sich alles zu: Pia ist schwer krank, und als klar wird, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, offenbart sie endlich das gemeinsame Geheimnis der Freunde. Die Geschichte ist emotional intensiv und geht tief unter die Haut. 
Ich habe das Buch stellenweise kaum aus der Hand legen können, musste aber immer wieder Pausen einlegen, weil die Handlung für mich so mitnehmend war. Es ist ein sehr berührendes, trauriges Buch, das einen noch lange nach dem Lesen begleitet und bei dem man einfach das Gefühl hat, mich echten Charakteren zu tun zu haben. 

Einzig der Epilog konnte mich nicht ganz überzeugen – für mich hätte die Geschichte auch ohne diesen letzten Abschnitt ein stimmiges, offenes Ende gehabt. Insgesamt ist „Der Sommer, der uns blieb“ ein wunderschön gestalteter und zugleich tief bewegender Roman über Freundschaft, verpasste Chancen, Geheimnisse und die Frage, was im Leben wirklich zählt.

Hattet ihr das auch mal, dass ihr ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konntet, aber gleichzeitig Pausen brauchtet, weil es euch überwältigt habt? Ich bin gespannt, davon zu hören!

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar zugeschickt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.* 

Montag, 2. Juni 2025

Abenteuer Unterwasser: Das Krakadu von Britta Sabbag

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Hallo ihr Lieben,

KRAKADU erzählt die skurrilen Erlebnisse von Krakadu, einem frechen, etwas tollpatschigen Kraken und seinem besten Freund Prof, einem Seestern, der immer alles irgendwie besser weiß. Ok, Freund mag übertrieben sein, denn diese ewigen Besserwissereien nerven Krakadu schon ganz gewaltig. Und die Verpeiltheit vom Krakadu ebenso den Prof. Und so streiten die beiden oft miteinander. Da der Prof allerdings am Kraken klebt heißt es in der Geschichte wiederholt: Mitgeklebt – was erlebt. Denn gemeinsam tauchen sie ab in eine Unterwasserwelt voller witziger Ideen, absurder Einfälle und herrlich schräger Momente.

Das Buch ist in einzelne Kapitel gegliedert, die jeweils für sich stehen. Jedes davon ist wie eine kleine Episode aus dem Alltag des Duos – perfekt zum Vorlesen, ohne dass man sich merken muss, was beim letzten Mal passiert ist. Es gibt keine so richtig durchgehende Handlung, einen roten Faden vielleicht, aber keine aufeinander aufbauende Geschichte.

Was KRAKADU sofort besonders macht, sind die knallig bunten, frechen Illustrationen, die voller kleiner Details und Wortspiele stecken. Sie sind wirklich poppig bunt, sehr ungewöhnlich für ein Kinderbuch. Besonders das Krakadu selbst sieht total witzig aus, guckt es doch immer leicht verpeilt, ist haarig und trägt einen Beanie auf dem Kopf. Viele Details auf den Bildern sind für Kinder nicht direkt verständlich, gerade wenn Text darin vorkommt. Für Erwachsene gibt es allerdings viel zu Entdecken und zu Lachen.

Viele dieser Witze – Sprichwörter, Anspielungen, Doppeldeutigkeiten – zielen eindeutig auf Erwachsene. Beim Vorlesen hatte ich deshalb öfter das Gefühl, dass ich mehr Spaß hatte als meine Tochter. Sie ist 8 Jahre alt und mochte das Buch durchaus, aber über manche Stellen, bei denen ich schmunzeln musste, hat sie nur fragend geguckt.

Die Altersempfehlung ab 5 finde ich daher etwas zu optimistisch. Für Kindergartenkinder ist der Humor noch zu komplex – ab etwa 7 bis 8 Jahren wird es aber zunehmend zugänglicher, besonders wenn man mitliest oder vorliest. Kinder können generell über die Geschichte lachen, denn die ist lustig und bunt erzählt. Für die unterschwelligen Witze oder Wortspiele (Grönehaier, der Grönlandwal oder Ella Fischgerald eine Sängerin) sind Kinder nicht die richtige Zielgruppe hier.

Das Duo Krakadu und Prof finde ich witzig, die Idee ist total süß und es ergeben sich witzige Geschichten daraus. Die Dialoge der beiden finde ich oftmals etwas kurz und ohne die richtige Betonung für Kinder schwer nachzuvollziehen. Man muss aber viel lachen, wenn man die beiden wie ein altes Ehepaar streiten hört. Und gemeinsam gelingen ihnen alle Alltagssituationen im Meer und Abenteuer machen ohnehin viel mehr Spaß zu zweit.

Copyright: Krakadu von Britta Sabbag, Bild wird verwendet um einen Eindruck vom Buch zu vermitteln

Die Kapitelstruktur ist für den Vorlese-Alltag super: kurz, in sich abgeschlossen und jeweils mit einem kleinen, absurden Höhepunkt. Allerdings wirken manche Sätze beim Lesen etwas holprig oder überfrachtet, was das Vorlesen gelegentlich ins Stocken bringt. Manchmal wären klarere Sätze oder ein etwas flüssigerer Stil besser gewesen. Mich stört außerdem, dass teilweise ein Satz am Ende der Seite unterbrochen ist und dieser erst 2 Seiten später weitergeht, unterbrochen durch eine schöne Zeichnung, die man genauer betrachten muss. Das stört den Lesefluss ein wenig.

KRAKADU ist ein kreatives, liebevoll illustriertes Kinderbuch, das vor allem durch seinen Wortwitz, seine verrückten Figuren und die tollen Zeichnungen besticht. Für Kinder ab etwa 8 Jahren gut geeignet – für Erwachsene ein Vorlesespaß mit viel Augenzwinkern.

Wer Freude an Sprachspielereien hat und gern gemeinsam mit seinem Kind über absurde Ideen lacht, wird an KRAKADU seine helle Freude haben. Ein kurzweiliges Buch mit Tiefgang – im wahrsten Sinne des Wortes.

Copyright: Krakadu von Britta Sabbag, Bild wird verwendet um einen Eindruck vom Buch zu vermitteln

Viele Grüße,

eure Sonja

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche und unvoreingenommene Meinung wieder.*