Hallo ihr Lieben,
heute gibt es endlich Mal wieder einen Buchtipp von mir, denn das Buch "Die Totenklägerin" muss ich euch unbedingt vorstellen.
Selten habe ich ein Buch so schnell ausgelesen: Morgens aus dem Briefkasten ge
fischt, abends beendet. „Die Totenklägerin“ liest sich unglaublich flüssig und zieht einen von Beginn an in die Geschichte hinein.
Der Prolog wirkt zunächst losgelöst vom eigentlichen Geschehen, macht aber sofort neugierig – man spürt, dass hier noch etwas Größeres im Hintergrund wartet. Und von dem ich hoffe, dass es auch in weiteren Bänden noch mehr thematisiert werden wird.
Der Einstieg gelingt Greta Jung mühelos: Die Sprache ist klar, angenehm und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein.
Matilda Rizzo, Trauerrednerin und Ermittlerin im Namen der Toten, ist eine spannende Protagonistin. Sympathisch, aber nicht durchschaubar. Sie trägt selbst ein Geheimnis mit sich herum, während sie die Geheimnisse anderer aufdeckt – diese doppelte Ebene macht sie besonders interessant.
Ihr Neuanfang in einem kleinen Dorf bei Passau wirkt alles andere als idyllisch. Hinter der dörflichen Fassade brodelt es gewaltig.
Auch Jackie, die kluge und neugierige Zwölfjährige und weitere Protagonistin des Buches, hat mich beeindruckt. Sie wirkt reifer, als sie eigentlich sein dürfte, und wächst einem schnell ans Herz. Die Dynamik zwischen ihr und Matilda entwickelt sich glaubwürdig – gerade weil es nicht sofort harmonisch ist. Ich habe während des Lesens sehr gehofft, dass die beiden zueinanderfinden.
Jackie bringt Matilda auf die Idee, bei der verstorbenen Oma Resi nicht nur eine Trauerrede zu halten, sondern auch ihren Tod noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Diee Geschichte nimmt spürbar Fahrt auf. Matilda gerät zunehmend unter Druck, Bedrohungen gegen sie nehmen zu und die Verdächtigenlage bleibt lange undurchsichtig. Ist Oma Resi wirklich ermordet worden? Was passieren noch für seltsame Dinge im Dorf?
Die Familie Grafenegger ist dabei besonders präsent – unsympathisch, dominant und mit spürbarem Einfluss auf das ganze Dorf. Firmian ist ein Charakter, der einen wirklich wütend machen kann: Machtmissbrauch, Druck, Manipulation – all das schwebt wie eine dunkle Wolke über Reuth.
Ein paar wenige Passagen mit längeren Gedankengängen wirkten auf mich etwas ausufernd, aber insgesamt blieb die Geschichte durchgehend spannend.
Zwar hatte ich zwischendurch das Gefühl von „Kommissar Zufall“, doch am Ende fügte sich alles stimmig zusammen, ohne konstruiert zu wirken.
Besonders berührend fand ich das Schicksal von Oma Resi. Der Druck, unter dem sie stand, und die Hintergründe der Geschehnisse zeigen, wie tief Schuld, Schweigen und alte Verletzungen wirken können – selbst in einer Zeit, in der man meint, solche Strukturen längst überwunden zu haben.
Erleichtert war ich darüber, dass Matilda selbst nicht den Weg der Rache geht. Ihre Entscheidung passt zu ihrem Charakter und macht Hoffnung, dass sie ihren eigenen Frieden finden kann. Gleichzeitig bleiben genug offene Fäden – gerade was ihre Vergangenheit betrifft –, um sich weitere Bände mit ihr gut vorstellen zu können. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen.
Fazit:
Ein atmosphärischer Spannungsroman mit einer starken Protagonistin, viel Dorfdynamik, moralischen Grauzonen und einem flüssigen Schreibstil. Packend, berührend und bis zum Schluss lesenswert.
Ich hoffe, die Zusammenfassung klingt für euch nach einem lesenswerten Buch und ihr habt Lust, Matilda ebenfalls kennenzulernen.
Viele Grüße,
Eure Sonja
*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meine ehrliche Meinung wieder.*
