Montag, 17. Juli 2017

Kapverdische Inseln - ein Reisebericht

Hallo ihr Lieben,

unser diesjähriges Reiseziel sollte uns an einen schönen, sonnigen Ort führen, an dem wir uns erholen können und gleichzeitig etwas für uns völlig Neues erleben. Nach längerer Suche wurden wir mit den Kapverden fündig. Vor Reiseantritt wussten wir nicht viel über dieses Land vor der Westküste Afrikas. Im Internet fanden wir völlig unterschiedliche Berichte - vom Paradies im Atlantik zum langweiligsten Ort auf dem Planeten war alles dabei!


Wir möchten euch erzählen, wie wir die Kapverden empfunden haben und wollen euch Tipps geben, was man auf der Insel Sal erleben kann. Denn das war nämlich unser Reiseziel: Sal, die größte und touristisch erschlossenste Insel des Landes.

Die Kapverden bestehen aus 10 Inseln, die sich in Größe, Vegetation und Infrastruktur stark unterscheiden. Uns führte die Reise per Gabelflug von Köln nach Sal, unterwegs legten wir einen Zwischenstopp auf Boavista ein. Aus Deutschland kann man mit TUIfly aus mehreren deutschen Städten direkt auf die Kapverden fliegen. Diese Reisezeit beträgt ca. 6 Stunden. (Tipp: Denkt dran, euch Stullen zu schmieren! An Bord ist keine Verpflegung inklusive und so spart ihr gleich zu Beginn der Reise eine Menge Geld!)

Um auf den Kapverden einreisen zu können, benötigt man ein Visum. Dies kann man im Voraus bei der Botschaft von Cape Verde in Berlin beantragen. Wir haben dies jedoch über unser Reisebüro machen lassen, dazu haben wir lediglich eine Liste ausgefüllt, die wir erhalten haben. Vor Ort bekamen wir dann einfach den Stempel in den Reisepass. Auch die Visumsgebühren waren im Reisepreis enthalten. Auch vor Ort gab es noch die Möglichkeit, ein Visum zu beantragen. Es kostet wohl 25,00 €, aber ob man dann noch Dinge wie Passfoto oder ähnliches mitbringen muss, können wir euch leider nicht genau sagen.

Wie überall gibt es auch auf Sal jede Menge Anbieter für touristische Aktivitäten aller Art. Am Strand wurden wir von zahlreichen Promotern angesprochen, die Inseltouren oder sportliche Aktivitäten verkaufen wollten. Diese Anbieter sind tatsächlich meist günstiger, als die Aktivitäten, die man über den Reiseveranstalter buchen kann.
Da kommt es ein bisschen darauf an, was man sich für eine Art Ausflug wünscht und welche Ansprüche man an die Tour stellt. Das Motto der Kapverden ist "No Stress" und so werden teilweise auch die lokalen Touren durchgeführt. Man nimmt sich Zeit, manchmal vielleicht auch ein bisschen zu viel. Das ist nicht jedermanns Sache.
Des Weiteren werden die Inseltouren der einheimischen Anbieter oftmals in offenen Pickups durchgeführt, bei denen die Gäste auch auf der Ladefläche sitzen können. Dies ist für uns keine Option gewesen, da wir ersten nicht die ganze Zeit Sand und pralle Sonne abkriegen wollten und uns diese Beförderungsweise auch nicht ganz sicher erschien.
Auch ist darauf zu achten, ob Eintritte und das Mittagessen im Preis enthalten ist. Ist dies nicht der Fall, so sind die Zusatzkosten meist gleich hoch mit der teureren Tour des Veranstalters.


Wir entschieden uns daher, die Ausflüge über unseren lokalen Reiseleiter von TUI zu buchen. Hier ist es auch möglich, Deutsch sprachige Touren zu buchen. Dies ist für uns zwar nicht sonderlich relevant, aber für einige Reisende sicherlich.
Aus einem vielfältigen Katalog an Aktivitäten entschieden wir uns schlussendlich für 3. So hatten wir ungefähr jeden 2. Tag eine Tour, die uns ein bisschen Abwechslung vom Hotelalltag versprach.

Unser erster Ausflug war ein Ausritt, den wir bei Santa Marilha Horse Excursions durchführten. Der Reitstatt lag nur wenige Fahrminuten vom Hotel entfernt, direkt am Botanischen Garten von Sal. Auf den ersten Blick machten Anlage, Pferde und auch die Exkursionsleiter einen sehr guten Eindruck. Die Pferde waren sehr gepflegt, alles war sauber und es gab eine kurze Einweisung. Auch Reithelme wurden uns zur Verfügung gestellt. Dass mein Mann noch nie auf einem Pferd saß, war auch kein Problem. Lediglich ich bekam ein sehr lebhaftes Pferd, da die Trainer dachten, ich sei eine erfahrene Reiterin (meine letzte Reitstunde liegt 16 Jahre zurück). Hier muss man absolut ehrlich sein, denn das Pferd wurde später zu einer kleinen Herausfoderung.


Wir hatten einen einstündigen Ausritt gebucht, bei dem nur Schritt geritten werden sollte. Außer uns und dem Guide gab es keine weiteren Mitglieder in der Reit-Reisegruppe. Gemeinsam starteten wir zu einer Tour durch die Salzfelder von Sal, landschaftlich gefiel uns das sehr gut. So hatten wir gleich noch ein bisschen Sightseing dabei. Wir lernten, dass die Salzfelder auch heute noch in Betrieb sind und dass der Staat Subventionen zahlt, damit immer noch Salzbauern die Felder bestellen.
Unsere Pferde trotteten auch brav hintereinander her, so war die Tour auch für Anfänger kein Problem. Allerdings hatten sie kurz vor Ende keine Lust mehr auf Hintereinanderher-Trotten und wollten lieber laufen. Gerade mein Pferd hatte da einen ziemlich eigenen Willen und wäre ich ein komplett unerfahrener Reiter gewesen, hätte das gefährlich werden können. So hat es eigentlich eher Spaß gemacht, die Pferde auch ein bisschen rennen zu lassen. Nach einer guten Stunde waren wir dann auch wieder zurück im Stall.

Als nächstes stand ein Segelausflug auf dem Programm. Wir stachen mit Cuba Libre Sailing Tours in See. Auf der Yacht Cuba Libre haben maximal 8 Passagiere Platz, was die Tour sehr exklusiv und individuell macht. Gestartet wird in Santa Maria.


Dritter und letzter Ausflug war eine Inselrundfahrt im 4x4 Jeep Defender. Diese startete morgens um 07.55 Uhr (warum?????) und führte uns zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Zunächst besuchten wir die Bucht Mudeira, wenig spektakulär, aber schönes blaues Wasser!
Dann ging es weiter Offroad entlang der Küste der Insel, wo wir zwischendurch an verschiedenen Aussichtspunkten anhielten. Ein besonders schöner Fotostopp befand sich mit Blick auf den Monte Léon, wo viele viele Menschen vor uns kleine und große Türme aus Steinen errichtet hatten.


Die Hauptattraktion der Insel ist sicherlich das "Blaue Auge", ein Naturschauspiel. Steht die Mittagssonne über der Bucht, leuchtet die Wasserhöhle in strahlendem Blau. Einfach wunderschön anzusehen! Leider fand unsere Tour zu früh am Morgen statt, so dass wir vom Blauen Auge nur wenig sahen. Das finde ich unglücklich geplant und hätte nicht sein müssen.



Als nächstes sahen wir eine echte Fata Morgana und fuhren durch den einzig grünen Teil der Insel, Terra Boa. Zuletzt führte uns die Rundfahrt dann zu Las Salinas, dem wohl touristischsten Ort von Sal.
Im Vulkankrater der Insel gibt es natürlich Salinen und Salzseen, aus denen früher wirklich Salz abgebaut wurde. Heute kann man darin schwimmen, was wirklich Spaß macht. Der See hat einen Salzgehalt von 26%, man schwimmt also einfach oben!


Eine weitere Attraktion der Insel ist die Shark Bay, in der man mit wilden Zitronenhaien baden kann. Die Tiere können bis zu 3m lang werden und sind eigentlich nicht ganz ungefährtlich. Wir entschieden uns gegen diesen Ausflug. Er ist aber sogar Bestandteil von vielen Inselrundfahrten. Sehen wollen hätten wir die Haie schon, aber mit ihnen planschen bedeutet schon Stress für die Tiere.

Dafür nutzten wir den Shuttle Bus des Hotels zum Ort Santa Maria (die Heimfahrt mit dem Taxi kostete übrigens 3,00 €). Besonders vormittags ist auf der Pier des Fischerdorfs richtig was los, denn die Fischer bringen ihren Fang von der Nacht nach Hause. Wenn sich die bunten Fischerboote im Sonnenlicht im Wasser spiegeln, finden sich für Fotointeressierte ein Haufen Motive.


Ansonsten gibt es in Santa Maria einen Haufen Cafés, Bars und Restaurants, in denen sich das Verweilen lohnt. Im Ort finden sich auch die meisten Anbieter für touristische Ausflüge, jeder kann dort fündig werden.
Ansonsten nervte uns Santa Maria leider eher etwas, denn an jeder Ecke versuchte man, uns etwas zu verkaufen. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend, man muss einfach bestimmt nein sagen und weiterlaufen.
Viel zu sehen gibt es in Santa Maria nicht, man kann einfach ein wenig durch die Straßen bummeln, am wunderschön weißen Sandstrand liegen oder das Museum Casa di Artista besuchen.


Insgesamt hat uns die Reise nach Sal gut gefallen, aber so richtig was los ist dort nicht. Für eine Woche kann man sich aber ziemlich gut beschäftigen. Ich würde gerne noch einmal auf die Kapverden reisen, dann aber definitiv mit einer Mischung aus Badeurlaub und Erlebnisurlaub, denn die anderen Inseln möchte ich unbedingt kennenlernen!

Viele schöne Urlaubsgrüße,

Eure Sonja


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