Mittwoch, 1. März 2017

Mini-Kreuzfahrt mit STENALINE

Hallo ihr Lieben,

die Kreuzfahrtindustrie boomt. Steigende Passagierzahlen und immer größere Schiffe dominieren unsere Weltmeere. Auch wir finden das Thema Kreuzfahrten echt spannend, wissen aber nicht so richtig, ob eine Schiffsreise wirklich etwas für uns wäre.
Eingepfercht mit jeder Menge Passagiere, im Zweifel in einer Innenkabine - wir waren uns wirklich nicht sicher und wollten bei einer Mini-Schiffsreise einmal Kreuzfahren "üben".

Gesagt, getan, schon starteten wir mit der STENALINE von Hoek van Holland nach Norwich in England. Klar, so richtig als Kreuzfahrt bezeichnen kann man das ganze Unternehmen nicht, aber man bekommt schon einmal einen guten Eindruck.

Hoek van Holland ist nur etwa 3 Autostunden von unserem Zuhause entfernt, so dass wir ingesamt recht zügig da waren. Teuer waren dann leider die Parkplätze. Es soll in der Stadt auch gratis Parkplätze geben, dann hätte man nur definitiv mehr Zeit einplanen müssen, als wir es getan haben, um diese zu finden und dann zu Fuß zum Anleger zu gelangen. Eine Bahn fährt übrigens auch direkt bis ans Schiff.

Die best-investiertesten Euro unserer Reise waren definitiv die 30,00 €, die wir auf der Hinfahrt für eine Tageskabine ausgaben. Es handelte sich um eine Innenkabine, aber uns ging es in erster Linie um einen Platz zum Ausruhen, Essen und Entspannen, denn unsere Weiterreise sollte noch lang genug sein.
Empfehlenswert ist also, sich direkt zu Beginn um eine solche Kabine zu bemühen, denn wir bekamen angeblich die letzte verfügbare Kabine.
In der Innenkabine konnten wir die Schiffsbewegungen schon sehr deutlich spüren, da musste man sich erst einmal dran gewöhnen.


Wir ihr sehen könnt besteht die Einrichtung aus einer kleinen Couch und einem Doppelbett, dazu führt eine Tür zu einem kleinen Badezimmer. Für eine Übernachtung sicherlich ausreichend Platz, aber viel mehr Zeit würde ich nicht unbedingt in der Kabine verbringen wollen. So nutzten wir einfach die Zeit ein wenig zu schlafen, Fernsehen zu schauen und uns die 6 Stunden Überfahrt zu vertreiben.


Was wir leider sagen müssen, ist, dass es mit der Sauberkeit in der Kabine nicht ganz so weit her war. Zwar war das kleine Bad, eher eine Nasszelle, super sauber geputzt, aber in den Ecken des Raums und auf dem Sofa lag eine richtig dicke Staubschicht.
Die Kabine war schon deshalb Gold wert, weil wir da ganz in Ruhe unser Picknick verspeisen können. Der Verzehr von mitgebrachten Speisen ist an Bord leider nicht überall möglich und auf eine Treppe setzen möchte man sich dazu auch nicht.

Auch in Norwich selbst gab es einiges zu bemängeln. Wir mussten unbedingt den Zug bekommen, damit wir weiter nach London reisen konnten. Leider mussten wir sehr lange warten, bis wir endlich das Schiff verlassen konnten, da der Anleger dort umgebaut wurde. So mussten zunächst alle Autos aus der Fähre fahren, ehe wir aussteigen durften. Da waren wir deutlich unentspannter und sehr nervös. Leider bestand in dieser langen Wartezeit an Deck auch kaum die Möglichkeit, sich hinzusetzen.

Umso positiver waren wir dann von der Rückreise überrascht. Denn dazu hatte ich uns eine Außenkabine für die Übernachtung gegönnt. Hier war das Gefühl natürlich schon mal ein ganz anderes, denn das Zimmer wurde durch ein riesiges Bullauge dominiert, von dem man zunächst einen Superblick auf die einfahrenden Autos und LKW hatte. Es gab sogar ein Doppelbett und noch ein Hochbett, welches man aber ganz einfach wegklappen und so die Kabine bequem zu zweit nutzen konnte. Insgesamt wirkte die Kabine viel heller, moderner und freundlicher, obwohl es draußen sogar bereits dunkel war.


Auch das Badezimmer erschien uns in dieser Kabine größer zu sein, es war auf jeden Fall sehr sauber und recht bequem nutzbar. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber das Bad war sogar großzügiger, als unser Bad im Londoner Hotel.



Wir waren eine der ersten Gäste auf dem Schiff, die Einschiffung begann ca. um 20.30 Uhr, ablegen würde das Schiff nicht vor 23.00 Uhr. Somit konnten wir die Zeit an Bord auch deutlich mehr genießen. Beispielsweise kann man an Bord Duty-Free-Shoppen, auch wenn wir dieses Angebot nicht wahr genommen haben.

Unser Abendessen nahmen wir im Bordrestaurant ein. Das Essen dort war ganz ok und die Preise waren erstaunlicherweise auch ziemlich human. Vor allem, wenn man gerade aus England kam und vorher alles in Pfund bezahlen musste. Zahlen kann man an Bord übrigens in Pfund oder Euro.
Wir gönnten uns dann noch einen Absacker in der Schiffsbar. Das Personal dort war wirklich sehr nett und zuvorkommend und auch hier waren die Preise durchaus angemessen.
Lange ausgehalten haben wir es aber nicht, dazu waren wir einfach zu müde nach unserer Tour durch London.

Wir hätten für nur 6,00 € auch ins Kino gehen können, gezeigt wurden ganz aktuelle Filme. Allerdings waren wir dafür viel zu müde und dann hätten wir die Kabine einfach nicht gebraucht...

Geschlafen haben wir dann übrigens wie die Murmeltiere! Wir warteten noch die Ausfahrt aus dem Hafen ab und beobachteten ganz gespannt das Ablegen. Und dann fielen wir auch schon völlig erschöpft von der Reise in einen tiefen Schlaf. Der war fest und erholsam, das Schaukeln des Schiffes hatte wohl sein Übriges getan.

Zum Abschluss unserer Reise gab es dann noch Frühstück an Bord. Dies fand ziemlich früh am Morgen statt, war aber dennoch sehr reichhaltig und eigentlich vermisste man nichts. Natürlich war es ein wenig holländischer geprägt, aber satt wurde man allemal. Bei uns war das Frühstück direkt im Preis enthalten, man hat jedoch auch die Möglichkeit, es an Bord zu erwerben.

Sonjas Fazit: Die Mini-Kreuzfahrt war für mich ein echt schönes Erlebnis und ist eine super Alternative für eine Reise nach England. Die Nacht in der Außenkabine hat mich fasziniert und ich habe es wirklich genossen, an Bord zu übernachten. In der Innenkabine kam ich mir ziemlich beengt vor und ich habe die Schiffsbewegungen schon sehr stark gespürt. Ich werde nicht seekrank oder so, aber gestört hat mich das doch. Ich denke, wenn man an Bord etwas zu tun hat, Sport, Ausflüge, Kino, etc, dann ist es auszuhalten. Sonst ist es wohl doch etwas zu langweilig für mich. Aber ich schließe es nicht generell aus, eine Kreuzfahrt zu machen.
Ich kann euch definitiv empfehlen, einmal eine Kurzreise mit Stenaline zu unternehmen, denn die Übernachtung an Bord war ein toller Abschluss unserer Reise, ohne gleich daheim zu sein. Mir hat es richtig Spaß gemacht!

Ich wünsche euch einen tollen Kurzurlaub,

eure Sonja

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